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Mikroplastik im Shampoo: 3 Fakten, 2 Stimmen, 1 Frage

·1 min lesen ·
Editorial Flatlay mit Shampoo-Flasche, Wassertropfen und Lockenform in Creme, Grün und Salbei – ASELECION Magazin Titelbild zu Mikroplastik im Shampoo

Seit dem 15. Oktober 2026 dürfen in der EU erste mikroplastikhaltige Produkte wie lose Glitter nicht mehr verkauft werden. Klingt nach großer Wende – betrifft dein Shampoo aber noch nicht. Hier die Fakten.

3 Fakten

  1. Das EU-Verbot ist da – aber nicht für dein Shampoo. Mikroperlen und loses Glitter sind seit dem 15. Oktober 2026 vom Verkauf ausgeschlossen. Für Rinse-off-Produkte wie Shampoo und Conditioner gilt die umfassende Regel erst ab dem 17. Oktober 2027. Microbeads in solchen Produkten sind allerdings schon seit Oktober 2023 verboten. (Quelle: echo24.de, Verbraucherzentrale.de)
  2. Polyquaternium legt einen feinen Plastikfilm um dein Haar. Genau das steckt laut Verbraucherzentrale hinter dem seidig-glatten Gefühl direkt nach dem Waschen: ein synthetisches Polymer, das sich um die Haarfaser legt. (Quelle: Verbraucherzentrale.de)
  3. Nicht jedes Polymer zählt (rechtlich) als Mikroplastik. Die EU-Definition verlangt feste, unlösliche, schwer abbaubare Partikel. Viele Polyquaternium-Typen sind wasserlöslich und fallen deshalb aktuell nicht unter das Verbot – auch wenn sie aus demselben Rohstoff bestehen wie feste Partikel. (Quelle: Verbraucherzentrale.de, ECHA-Kriterien)

2 Stimmen

Dagegen: Umweltverbände wie der BUND zählen Polyquaternium und Acrylates (Cross)Polymer zu den schwer abbaubaren synthetischen Polymeren, die über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangen – messbar, auch gelöst.

Dafür: Aus kosmetik-chemischer Sicht ist der Unterschied real: Ein gelöstes Polymer lagert sich nicht wie ein festes Partikel in einer Muschel ab. Die EU zieht die Grenze bewusst bei festen, unlöslichen Stoffen – alles andere wäre kaum noch sauber regulierbar.

1 Frage

Heißt "mikroplastikfrei" auf der Flasche wirklich frei von Kunststoff-Polymeren – oder nur "nicht nach der engen EU-Definition"? Wer's genau wissen will: INCI-Liste checken, nach Polyquaternium, Acrylates (Cross)Polymer, Nylon-12/-6, PEG/PPG-50 und höher sowie Dimethicone suchen – oder den Barcode mit der kostenlosen ToxFox-App vom BUND scannen.

Was du nicht brauchst: ein Produkt, das vorne "frei von Mikroplastik" draufstehen hat, aber Polyquaternium an dritter Stelle der Zutatenliste führt. Das ist Marketing, nicht Chemie.

Mehr zum Thema: Silikonfreies Shampoo, Clarifying Shampoo, Curly Girl Methode starten.

Quellen

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